Gottes- und Menschennähe Die Kirche dient der Liebe Gottes zu den Menschen und zu seiner Schöpfung und ist damit dem Geheimnis Gottes ganz nah und zugleich nahe den Menschen. Nach einer Zeit der Gottvergessenheit wächst bei vielen Menschen wieder ein spiritueller Hunger nach Gott, dem Evangelium, nach einer neuen Begegnung mit einer offenen Kirche. Deshalb will die Kirche "Gotteserfahrung aus erster Hand" bieten und den Himmel offen halten für die Menschen. Sie braucht dazu bewährte, gläubige Menschen. Gottesnähe Projekt 1 - Im Geheimnis Gottes wohnen: Weil die Menschen Gott und von Gott erfahren wollen, geht die Kirche von Passau Wege, auf denen Gottes Wort gehört wird, ihre Rituale und Sakramente als heilende, damit gottvoll und erlebnisstark werden. Dazu gehört auch die spirituelle Erfahrung, das Gebet, sowie eine entsprechende Feier der Liturgie. Die sonntägliche Eucharistiefeier soll sichergestellt sein. Kirchenfernen und Scheiternden sollen Lebensübergänge etwa durch Beratungsarbeit erschlossen werden. Projekt 2 – Öffentlich Gott bezeugen: Weil das Zeugnis, die Verkündigung des Wortes Gottes, zum innersten Auftrag der Kirche gehört, soll auf allen Ebenen die Qualität dieses Zeugnisses gefördert und vernetzt werden, etwa im Bereich der Predigt, im Religionsunterricht und in der Schulpastoral, vom Kindergarten bis zur Jugend- und Familienarbeit. Menschennähe Die Leiden heutiger Menschen berühren und bedrängen die Kirche von Passau: die Obdachlosigkeit vieler Menschen, vom Flüchtling bis zum psychisch Belasteten. Das Schicksal all derer, deren Lebenspläne scheitern durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Beziehungskrisen. Die Gefahr, dass Alte, Hilfsbedürftige, Behinderte, Arme oder Alleinerziehende in dieser Gesellschaft überflüssig werden. Dazu kommen die Opfer von sexueller und kriegerischer Gewalt. Von Gott ist die Kirche zu solidarischer Liebe berufen. Projekt 3 - Beheimaten: Gastfreundschaft wie in der frühen Kirche wird zu einem Grundmerkmal christlichen Lebens. Dazu zählen die Ehevorbereitung und -begleitung, die Beheimatung von Familien in den Pfarreien, offene Räume für die Jugend, Platz für Ausländer, Asylbewerber, sowie gesellschaftlich oder kirchlich Benachteiligte. Projekt 4 - In Liebe dienen: Es wird nicht nur in den Ausbau der helfenden und politischen Diakonie der Kirche investiert, sondern auch in Netzwerke der Caritas in den Pfarrgemeinden. Die Kirche nimmt ihre gesellschaftspolitische Aufgabe wahr und setzt ihre Option für die Armen um. Stichworte dazu: Familienarbeit, Hospizgedanke, Altenarbeit, Behindertenarbeit, Schuldenerlass, Partnerschaften. Projekt 5 - Zeit haben: Zeit für heilende Seelsorge wird zu einem vorrangigen Entwicklungsziel allen kirchlichen Tuns. Denn Seelsorge, die aus Menschennähe erwächst, braucht viel Zeit. Sie ist präsent an Brennpunkten des Lebens. Personen fördern und Strukturen entwickeln Personen fördern Der Reichtum der Kirche sind Menschen mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen. Sie alle miteinander tragen die Kirche. Projekt 6 - Ehrenamtliche fördern: Das Bistum qualifiziert und begleitet ehrenamtlich tätige Frauen und Männer, etwa in den Pfarrgemeinderäten und Verbänden, für ihre Leitungsaufgaben und bietet spirituelle Vertiefung. Projekt 7 - Hauptamtliche qualifizieren und stärken: Hauptamtlich tätige Frauen und Männer werden durch Aus- und Fortbildung befähigt, zielsicher- und situationsgerecht zu handeln. Strukturen entwickeln Weil personelle und finanzielle Mittel knapper werden, ist eine Reform der Bistums-Strukturen nötig. Nach dem Prinzip der Subsidiarität entscheiden etwa Pfarrgemeinden, Ordensgemeinschaften, Verbände oder basisnahe Bewegungen innerhalb der rechtlichen Möglichkeiten selbst über die Entwicklung. Sie vernetzen ihre Arbeit. Höhere Ebenen wie Dekanat oder Diözese verstehen sich als dienende Einrichtungen. Projekt 8 - Strukturen der Seelsorge weiterentwickeln: Pfarreien entwickeln sich mit dem Pfarrgemeinderat immer mehr zu eigenverantwortlichen Gemeinden. Bei der Besetzung von Seelsorgsstellen wird eine angemessene Mitbeteiligung der Pfarrei gewährleistet. Die Pfarrei bildet auch die Basis für die kirchliche Erwachsenenbildung. Auf Dekanatsebene werden verbindliche Formen der Kooperation entwickelt. Die Diözese konzentriert ihre pastoralen Fachdienste auf die Pfarr- und Dekanatsentwicklung. Einrichtungen der Jugendarbeit vernetzen sich. Frauen wird der Weg zu leitenden Positionen eröffnet. Die Räte des Bistums "Pfarrgemeinde-, Dekanats-, Priesterrat) werden im Rahmen des kirchlichen Rechtes wirksam an Entscheidungen beteiligt. Projekt 9 - Präsent sein in Kultur und Gesellschaft: Die Kirche von Passau ist öffentlich präsent und beteiligt sich wirkungsvoll am gesellschaftlichen Diskurs; beginnend bei der religiösen Erziehung, über Öffentlichkeitsarbeit, bis hin zu Interessenvertretung gegenüber Politik und gesellschaftlich relevanten Gruppen – dies auch in ökumenischer Zusammenarbeit. Stichworte: Schulpastoral, Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, Schöpfungs- und Umweltfragen. Entsprechend der Abstimmungsergebnisse bei Pastoralkonferenzen im Herbst 1999, sowie der Option des Diözesanrates, beginnt die Umsetzung des Pastoralplanes 2000 mit den Projekten "Im Geheimnis Gottes wohnen" und "Strukturen der Seelsorge weiterentwickeln". Diesen beiden Projekten wurde mit großer Mehrheit zugestimmt.
(Quelle: homepage des Bistums Passau)
Die aktuellsten Informationen zu diesem Thema unter: www.pastoralplan.de |
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