Pfarrei Stubenberg


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Das Kirchliche Jahr - Die Bedeutung von Festen und Feiern:

Advent

Advent wird die Vorbereitungszeit auf Weihnachten genannt. Advent (Latein) heißt Ankunft. Auf Weihnachten bezogen, bezeichnet die Adventszeit die Warte- und Vorbereitungszeit auf die Ankunft, die Geburt Jesu.

Der erste Adventsonntag ist der vierte Sonntag vor dem 25. Dezember. Die Dauer dieser Vorbereitungszeit orientiert sich an der alttestamentarischen 40er Zahl: Vierzig Jahre wanderte Moses mit dem Volk durch die Wüste, vierzig Tage fastete Jesus in der Wüste. Vierzig Tage Fastenzeit sind auch vor Ostern vorgeschrieben. Und: Zählt man die 40 Tage nach dem ersten Adventstag weiter, so kommt man auf den 6.Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn, auch Drei-Königs-Fest genannt; es ist dies noch heute das eigentliche Weihnachtsfest der Ostkirche und in vielen südlichen Ländern wird erst an diesem Tag der Brauch des Geschenkeverteilens begangen.

Durch verschiedene Kalenderreformen in den europäischen und nordischen Ländern entwickelte sich eine andere Zählung. Seitdem ist "unser" Weihnachtsfest bereits mit dem Heiligen Abend am 24.Dezember gekommen.

Weihnachten

ist das Fest der Feier der Geburt Jesu Christi. Emotional ist für viele Menschen Weihnachten das wichtigste christliche Fest. Dazu hat sicherlich der besondere Termin, der 24.Dezember, der Tag der Sonnenwende, beigetragen: Nach der längsten Nacht beginnt sich ab hier die Sonne, das Licht und damit auch das Leben durchzusetzen. Diese tiefe symbolische Bedeutung der Sonnenwende hat diesen Tag schon lange vor dem Christentum zu einem besonderen, heiligen und religiös geladenen Tag werden lassen. Und andererseits war es gerade dieser Symbolgehalt des Lichtsieges und des Lebensbeginns, die die junge christliche Kirche dazu bewogen haben, just an diesem Tag die Geburt Jesu zu feiern. Besser als irgendwelche theoretischen Erklärungen konnte die Wahl dieses Tages deutlich machen, was Christen eigentlich in Jesus von Nazareth feiern und von seiner Geburt glauben: Das Leben hat über den Tod gesiegt. Die Dunkelheit ist von den Herzen der Menschen und der ganzen Welt genommen, das göttliche Licht hat die Finsternis erhellt, die Sonne der Gerechtigkeit und wahrer Menschlichkeit ist aufgegangen.

Jesus wurde wahrscheinlich nicht am 24.12. geboren. Sein Geburtsdatum ist unbekannt und dürfte irgendwann im Jahre 6 vor dem irrtümlich als Geburtsjahr Jesu definierten Jahr "Null" liegen. Die Freude darüber und aus Dankbarkeit über dieses "göttliche Geschenk" der Erlösung ist Begründung dafür, dass Christen an diesem Feiertag einander ebenfalls (kleine) Geschenke machen. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass sich die spezielle "typisch deutsche Weihnacht" mit Tannenbaum, Kugeln, Krippe erst Mitte und Ende des vergangenen Jahrhunderts herausgebildet hat.

Hl. drei König (Erscheinung des Herrn)

Die Volksfrömmigkeit hat aus den drei weisen Magiern der Weihnachtsgeschichte, von denen der Evangelist Matthäus im zweiten Kapitel seines Evangeliums berichtet, jene drei legendären Könige gemacht, die aus dem Morgenland kommend jenem geheimnisvollen Stern folgten, der sie zu dem "neugeborenen König der Juden" bringen sollte. Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar werden den Weisen seit dem 9. Jahrhundert gegeben.

Sie gelten als Vertreter der

  • drei Rassen,
  • der drei Erdteile
  • und der drei Lebensalter.
Die Reliquien der Drei Könige wurden in Mailand verehrt und 1164 nach Köln überführt, wo sie in einem Goldschrein im Dom aufbewahrt werden. Dadurch breitete sich die Verehrung der Drei Könige in Deutschland aus. Mit dem Dreikönigstag ist ein Haussegen verbunden. Über der Tür werden die Jahreszahl und die Namen der Könige mit Kreide aufgezeichnet:

20+C+M+B+06

Die Buchstaben lassen sich auch folgendermaßen deuten:

"Christus Mansionem Benedicat" - Christus segne das Haus.

Lichtmeß (Darstellung des Herrn)

Jesus wurde nach dem mosaischen Gesetz in den Tempel gebracht, und zwar am 40. Tag nach der Geburt, der damit auf den 2. Februar fällt. (vgl. Lk 2,22-40). Die im Lukasevangelium geschilderte Begegnung zwischen dem Messias des Neuen Bundes (Jesus Christus) und dem Gottesvolk des Alten Bundes (Hanna und Simeon) gab dem Fest auch den ersten Namen: Fest der Begegnung des Herrn.

In Deutschland heißt das Fest auch Lichtmeß, weil es mit einer Kerzenprozession verbunden ist. Diese geht auf eine alte heidnische Sühneprozession in Rom zurück, die alle fünf Jahre Anfang Februar rund um die Stadt führte. Das Licht im christlichen Gottesdienst nimmt auf den Evangeliumsbericht Bezug, in dem Jesus von dem greisen Simeon als "Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung Israels" begrüßt wird.

 

Aschermittwoch

Das Aschenkreuz wird in einem Gottesdienst am Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit ausgeteilt. Der Sinn dieses Ritus zeigt sich im Text, den der Priester spricht, wenn er den Gläubigen mit Asche das kleine Kreuz auf die Stirn zeichnet.

Die dabei verwendete Asche wird gewonnen, indem man die Palmen (in der Regel Buchsbaumzweige) verbrennt, die am Palmsonntag des Vorjahres gesegnet worden waren. Der Priester spricht: "Gedenke Mensch, dass Du aus Staub bist und zum Staub wirst Du zurückkehren." (oder "Kehrt um und glaubt dem Evangelium")

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Besinnung auf das Wesentliche:

  • Wer bin ich?
  • Was macht mein Leben aus?
  • Woran hänge ich?
  • Was bleibt am Ende?
  • Worauf kommt es an?
  • Was von dem, was mein Leben ausmacht, was mir wichtig scheint, wovon mir der Kopf schwirrt... was von all dem hat Bestand angesichts der banalen Tatsache, dass ich eines Tages werde sterben müssen?

Fastenzeit

Die christliche Fastenzeit dauert vierzig Fastentage (an Sonntagen fastet man nicht) und beginnt mit dem Aschermittwoch und endet mit dem Ostersamstag.

Sie dient der Vorbereitung und Einstimmung auf das Osterfest und ist gleichzeitig auch eine Zeit der Buße. Der eigene Verzicht sollte anderen zugute kommen.

Das kirchliche Hilfswerk "Misereor" ("Ich habe Erbarmen") gehört in diese österliche Fastenzeit.

Während die Osterzeit eine Zeit der Freude ist, ist die Fastenzeit von Ernst geprägt.

Die Fastenzeit stellt das Leben weniger als Geschenk dar, so wie Weihnachten und Ostern, sondern als Aufgabe. Der Mensch hört, dass er mit dem Geschenk seines Daseins nicht richtig umgegangen ist. Drohend werden ihm die Folgen seines Versagens vor Augen gehalten. Er hört, dass er eigentlich nicht mehr mit Wohlwollen rechnen kann. Die Einführung einer solchen Zeit der Besinnung, der Reinigung ist keine Erfindung des Christentums, sondern findet sich in vielen Kulturen und Religionen. dass sich die Haltung des Umdenkens, der Buße in Handlungen und Werken ausdrückt, ist anthropologisch notwendig, damit der Sinn dieser Zeit vollzogen wird.

Fasten, Almosen geben, beten sind die Elemente der Fastenzeit. Die Auswirkung der kirchlich vorgegebenen Thematik auf das öffentliche Leben ist kaum noch zu spüren.

Während früher der Speisezettel in der Fastenzeit geändert wurde, vor allem durch den Verzicht auf Fleisch, und Tanzveranstaltungen teilweise sogar durch Gesetze verboten waren, bringt heute die Fastenzeit kaum eine Veränderung. Vorschläge, auf das Rauchen und Süßigkeiten zu verzichten, dürften sich kaum in den Umsätzen des Einzelhandels niederschlagen.

Die Zahl 40 ist ein biblisches Zeitmaß. Vor allem leitet sich die Dauer der Fastenzeit von dem Bericht über eine vierzigtägige Gebets- und Fastzeit her, die Jesus nach der Taufe im Jordan auf sich nahm. Das Alte Testament berichtet, dass Moses, als er vierzig Tage auf dem Berg Sinai war, nichts aß und trank (Ex 34,28; Dtn 99,18), dass Elias 40 Tage zum Berg Horeb wanderte, ohne etwas zu essen (1 Kön 19,8).

Palmsonntag

Mit ihm beginnt die Karwoche. An diesem Sonntag wird besonders des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht: Palmen (in unseren Breiten in der Regel Buchsbaum) werden gesegnet. In einer feierlichen Prozession wird das Kreuz (Jesus) in die Kirche hineingetragen, begleitet von Ministranten (und oft auch Kindern), die in ihren Händen die frisch geweihten Buchsbaumwedel tragen. Im Anschluß an den Gottesdienst nehmen die Gläubigen "Palmzweige" mit nach Hause und stecken sie hinter die im Haus befindlichen Kreuze oder auch Weihwasserkessel.

Das Neue Testament berichtet davon, dass Jesus auf einem Esel in die Stadt eingezogen ist. Die Bevölkerung sah in ihm den gekommenen Messias, den Wundertäter, den Retter. Sie jubeln ihm zu, breiten ihre Umhänge über die Straße und winken Jesus jubelnd ("Hosanna!") zu. Es sind die gleichen, die wenig später schreiend von Pilatus verlangen werden, diesen Verräter zu kreuzigen und statt seiner lieber den politischen Terroristen Barrabas freizulassen. Nachzulesen bei Matthäus 21,1 ff, bei Markus 11,1 ff, bei Lukas 19,28 ff oder Johannes 12,12 ff.

Der Gründonnerstag

ist der Donnerstag in der Karwoche. Am Abend vor dem Todestag Jesu (dem Karfreitag) erinnert sich die Christenheit des sogenannten Abendmahles. Dieses Abendmahl, das Abschiedsessen Jesu mit seinen engsten Vertrauten, ist der Ursprung des christlichen Hausgottesdienstes (evangelisch: Abendmahlfeier; katholisch: Eucharistiefeier).

Die Christen aller Welt feiern am Gründonnerstagabend die Einsetzung dieses Ritus. Das "Grün" hat mit der Farbe Grün nichts zu tun, sondern leitet sich von greinen (althochdeutsch "weinen") ab. Gleichwohl hat das sprachliche Mißverständnis wohl dazu beigetragen, dass traditionell in vielen christlichen Familien an diesem Tag grünes Gemüse (Spinat) gegessen wird.

Der Gründonnerstag zählt bereits zum Karfreitag. Dahinter steht einerseits die jüdisch-christliche Tradition, dass ein Tag nicht um null Uhr, sondern mit dem Sonnenuntergang am Vorabend beginnt und bis zum Sonnenuntergang am Tag selbst dauert. Ein liturgisches Element, das sich an den Bericht aus dem Johannesevangelium (13,1-15) orientiert und für die gottesdienstliche Feier am Gründonnerstag-Abend vorgesehen wird, ist die Fußwaschung.

Der Karfreitag

ist der Freitag in der Karwoche. Es ist der Überlieferung nach der Todestag Jesu. "Am 15.des Nissan" (Monat des jüdischen Kalenders) mittags um die neunte Stunde, nach unserer "Uhr" nachmittags um drei Uhr am Kreuz auf dem Kalvarienberg bei Jerusalem verstarb Jesus.

Man nennt den Karfreitag regional auch den "stillen Freitag". "Kar" ist abgeleitet vom althochdeutschen "Kara" und bedeutet Kummer, Klage. Im Gedenken an den Tod Jesu findet an diesem Tag keine Eucharistiefeier statt, die einmal an das Abendmahl erinnert, zugleich aber auch Zeichen ist für die Auferstehung. Denn in diesem Altarsakrament ist der auferstandene Christus nach katholischer Überzeugung real, persönlich, als bei Gott lebender Herr (über Leben und Tod)" gegenwärtig.

Dieser Glaube setzt aber die Erfahrung der Auferstehung und des Weiterlebens Jesu voraus. Eine Erfahrung, die kein Mensch an jenem Freitag vorausahnen konnte. Während für katholische Christen das Osterfest der höchste kirchliche Feiertag ist, gilt der Karfreitag bei den evangelischen Christen als höchster Feiertag.

Der Kreuzweg

  1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt
  2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
  3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
  4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter
  5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
  6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
  7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
  8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen
  9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
  10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt
  11. Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt
  12. Station: Jesus stirbt am Kreuz
  13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
  14. Station: Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.

Ostern

ist die Feier der Auferweckung Jesu aus dem Tod. Seit dem dritten Jahrhundert ist die Osternacht zugleich auch der Termin der jährlichen Taufnacht. In den ersten beiden Jahrhunderten ist der Festtag keineswegs festgelegt.

Weitverbreitet war die Osterfeier am 14.Nissan, dem Paschafesttermin des jüdischen Kalenders. Andere betonen bewußt die sonntägliche Feier, um sich von der jüdischen Tradition schärfer abzusetzen. Auf Beschluß des Konzils von Nizäa wird schließlich das Osterfest verbindlich auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert.

Der Name Ostern ist vermutlich die Übersetzung von "Morgenröte" (Irrtümlich hatte man die lateinische Bezeichnung "albae" für den Plural von "alba" = Das Morgenrot gehalten, während dieser Begriff die "weißen" Kleider der an Ostern Getauften meint). Die romanischen Sprachen gehen vom jüdischen Wort Pascha aus.

Die lit. Feier der Osternacht

Sie ist in der heutigen Form eine Art Zusammenfassung einer liturgischen Feier, die ursprünglich eine ganze Nacht hindurch dauerte. Im Laufe der Geschichte wurde sie kaum verändert.

Ursprünglich, d. h. ab Mitte des 2. Jahrhunderts, feierten die frühchristlichen Gemeinden innerhalb einer "liturgischen Nacht" (Vigil) die beiden Aspekte des Sterbens und der Auferstehung Jesu Christi in zwei Phasen: Einer nächtlichen Trauerphase mit Fasten, Wortgottesdienst und Gebet folgte eine frühmorgendliche Freudenphase mit eucharistischem Gedächtnismahl.

Ab dem 4. Jahrhundert wird die Osternacht zu der Tauffeier des Jahres, so dass seitdem eine Tauffeier (später eine Taufgedächtnisfeier) zur Feier der Osternacht gehört. Zur selben Zeit wurde aus einem anderen Gottesdienst die feierliche Entzündung des Lichtes (Osterkerze) in die Feier der Osternacht übernommen.

Im Verlaufe der Osternacht fand also zunächst eine ganze Kette von gottesdienstlichen Feiern statt, die aufeinander folgten und dadurch wie zu einem "Durchzug von der Finsternis in das Licht", zu einer "Feier aus dem Dunkel des Todes in die Herrlichkeit der Auferstehung" wurde. Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier und Eucharistiefeier sind seit alters her die zentralen Elemente der Feier der Osternacht.

Da die Feier der Osternacht die einzige große Feier des Jahres-Ostern war (es gab noch keine Gottesdienste an Gründonnerstag und Karfreitag), ist die Feier der Osternacht nicht einfach eine Auferstehungsfeier. In ihr wird feierlich des gesamten Oster-Sakramentes gedacht, d. h. der Erlösung der Menschheit durch das Leiden und Sterben Jesu Christi und durch seine Auferweckung.

Christi-Himmelfahrt

gehört zum "Osterfestkreis". Die vom Evangelisten Lukas und in der Apostelgeschichte geschilderte "Himmelfahrt" (Lk. 24,50) ist eine bildhafte Entfaltung und eine durch zeitliche Entzerrung veranschaulichte Deutung dessen, was mit Jesus bei der Auferweckung geschah:
"Als er (Jesus) das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen." (Apg,1,9-11).

Karfreitag (Tod), Ostersonntag (Auferweckung) und Himmelfahrt sind gleichzeitige Aspekte des Todes Jesu. Gott, der Schöpfer, der Vater hat Jesus aus dem Tod errettet und ihm neues, ein anderes Leben geschenkt und zwar bei Gott, in Gott und mit Gott.

Pfingsten

ist im jüdischen Festtagskalender ein Erntedankfest gewesen, es wurde im christlichen Zusammenhang das Fest von der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu: In der Apostelgeschichte, Kapitel 2 heißt es dazu:
"Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab..."

Pfingsten wird traditionell 50 Tage (Pentecoste, d.h. 50-tägige Festzeit) nach dem Osterfest begangen. Häufig wird es in der Praxis auch als Firm-Fest (vgl. Firmung) gefeiert, ein weiteres Fest, das in engem Zusammenhang mit der Sendung des Heiligen Geistes steht.

Fronleichnam

Das Fronleichnamsfest gilt als eine typisch katholische Einrichtung. In einer Prozession an einem Donnerstag im Frühsommer wird die Eucharistie, die  Hostie in einer Monstranz feierlich unter Gesang und Gebet durch die Straßen getragen. An vier Stationen ("Altären") wird angehalten, das Evangelium verlesen und Fürbitten gesprochen, sowie der Segen gespendet.

Das Fronleichnamsfest hat seine Wurzeln in der am Beginn des zweiten Jahrtausends entstandenen eucharistischen Frömmigkeit und geht auf eine Vision der Juliana von Lüttich zurück (1209), die in einem Traum die Kirche in Gestalt einer weißen Mondscheibe sah, in der ein kleines Stück fehlte. Dieses fehlende Stück war für sie ein gesondertes eucharistisches Fest.

1264 schreibt Papst Urban dieses Fest für die ganze abendländische Kirche vor. Der Name bedeutet Fron (=Herren) Leichnam (entgegen der modernen Bedeutung nicht toter sondern gerade umgekehrt: lebender Leib). Der Feiertag wurde im Hinblick auf die Einsetzung der Eucharistie durch Jesus bei der Abendmahlsfeier am Donnerstag vor Ostern auf einen Donnerstag gelegt.

Mariä Himmelfahrt

oder Mariä Aufnahme in den Himmel

Entstehung
Der Todestag eines Heiligen war von jeher auch dessen Gedenktag. Im Osten wurde das Fest schon im 5. Jahrhundert gefeiert und war bald staatlicher Feiertag im byzantinischen Reich. Der 15. August war der Marienfeiertag der Jerusalemer Kirche.

Aussage
Der Glaube, dass Maria als ganzer Mensch die Endgültigkeit der Erlösung erlangt hat, dass ein Glied der Kirche bereits das Leben lebt, zu dem alle berufen sind, ist bereits im 5. Jahrhundert bezeugt. Maria ist wie Jesus gestorben, aber sie konnte nicht im Grab bleiben. Alttestamentliche Berichte, nach denen Henoch (Gen 5,24) und Elias (2 Kön 2,11-14) in den Himmel aufgenommen wurden, stützen diesen Glauben (s.o., S. 251).

Das Erntedankfest

hat seinen Ursprung nicht in biblischen Ereignissen oder theologischen Erwägungen, sondern ist ein Fest, das durch die Natur und die Jahreszeiten bestimmt wird.

Im Herbst - meist an einem Sonntag im Oktober - werden die Erntegaben zusammengetragen und Gott nicht nur allgemein für seine Fürsorge und Liebe den Menschen gegenüber gedankt. Konkret wird ihm gedankt für das Gedeihen(lassen) der vorliegenden Früchte. Wir werden uns dabei der Aufgabe zur Bewahrung der Schöpfung bewußt (vgl. Gen 1,28; 2,15).

Dieses Fest zeigt uns, dass unser tägliches Brot gar nicht so alltäglich ist, sondern erarbeitet werden muss. In dieser Gesinnung feiern wir die große Danksagung (= Eucharistie) vor dem Schöpfer der Welt.

Allerheiligen

Nach christlicher Überzeugung sind alle Getauften, alle mit Gott verbundenen Menschen "heilig". Solange Menschen leben, ist diese "Heiligkeit" gefährdet: Menschen wenden sich von Gott ab (und in der Folge meist auch von den Menschen). Im Tod entscheidet sich das Schicksal des Menschen auch immer und ewig. Im Tod wird der Mensch wörtlich end-gültig. Auch seine ,Heiligkeit" ist dann unabänderlich, unverlierbar: Er lebt ,im Himmel" und das meint: Er lebt in Gott und aus ihm und mit ihm; er ist ganz von Gott durchdrungen.

An diese ,Heiligen" wird meist gedacht, wenn in der Umgangssprache von Heiligen die Rede ist. Aber auch jeder Lebende, der sich Gott öffnet und ihm in seinem Leben Raum und Platz gewährt, ist ebenso heilig. Insofern nennt sich die Kirche ,Gemeinschaft der Heiligen".

Kirche als lebendiger Organismus (Sie versteht sich als ein Leib und nicht als eine bürokratische Organisation) umfaßt die "sichtbare Kirche" (so nennt sie die irdische Organisation und die Gemeinschaft der gegenwärtig Lebenden) und die "unsichtbare Kirche" (also den himmlischen Anteil inklusive Jesus, der das "Haupt" dieses Organismus ist, während die Getauften die "Glieder" sind.)

Der Allerheiligentag - so sehr an ihm auch der verstorbenen Kirchenmitglieder gedacht wird - ist dennoch kein Totengedenktag, sondern der "Namenstag" aller Getauften.

 

 

Interessanter Link und Quelle dieser Informationen: http://www.autobahnkirche.de/